Unterrichtsgestaltung

Lernorte

Umgestaltung von Unterrichtssequenzen

Sehen Sie sich die folgende Checkliste einer autonomiefördernden Unterrichtsgestaltung mit den Aspekten und den dazugehörigen Fragen an. Diese Fragen können Sie sich bei der Analyse schon vorhandener Unterrichtssequenzen stellen, oder sie als Checkliste bei der Entwicklung Ihres eigenen Unterrichts nutzen.

EinbettungZIst die Einbettung in den gesamten Kurs transparent und logisch?
RelevanzZSind die Inhalte und Themen für die Lernenden relevant?
LernzieleZSind die Lernziele klar definiert?
Werden Lernende angeregt, daneben eigene Lernziele zu reflektieren und zu definieren?
Einbezug der LernendenZSind die Inhalte für die Lernenden motivierend?
Werden die (Lern-)Erfahrungen der Lernenden integriert?
Werden Materialien der Lernenden integriert?
Kollaboratives LernenZWird die Zusammenarbeit der Lernenden gefördert?
Entscheidungsspielraum und KomplexitätZHaben die Lernenden bei der Durchführung einen Entscheidungsspielraum? Ist der Unterricht komplex genug, um die Lernenden herauszufordern und anzuregen?
DifferenzierungZIst der Unterricht binnendifferenzierend / ist Scaffolding vorgesehen, z.B. gibt es Variationen für mehr bzw. für weniger erfahrene Lernende?
Authentizität und KommunikationZSind authentische Materialien mit einbezogen? Ist eine authentische Kommunikation unter den Lernenden und mit der Lehrkraft vorgesehen?
ErgebnisZSchließt die Unterrichtssequenz mit einem greifbaren Ergebnis ab, an dem alle Lernenden beteiligt waren?
ReflexionZGibt es Anregungen zur Reflexion, z.B. über Lernstrategien? Gibt es Anregungen zur Selbst- bzw. Peer-Reflexion?
BewertungZIst eine Peer-Evaluation vorgesehen und wenn ja, wie ist das Verhältnis zwischen Peer-Evaluation und der Bewertung durch die Lehrperson?

 

Aufgabe

 

Verwenden Sie diese Checkliste, um die folgende Unterrichtsskizze zu verbessern.

Es handelt sich um die zweite Stunde in einer Sequenz zur Textsorte „Bericht“. In der ersten Sitzung wurden die Merkmale der Textsorte Bericht vorgestellt.

Gehen Sie im Folgenden von der Frage aus:

Wie kann man diese Sitzung verändern, um die Autonomie der Lernenden zu fördern? Die Leitfragen sollen Ihre Überlegungen unterstützen:

Verlauf der Sitzung

Leitfragen zur Umgestaltung

Szenario: Die Studierenden werden von der Pressestelle ihrer Universität beauftragt, unter ihren Mitstudierenden verschiedene Umfragen durchzuführen und über die Ergebnisse Berichte zu verfassen.

1. Die Studierenden bekommen ein Arbeitsblatt mit verschiedenen Umfrage-Themen.
Auf dem Arbeitsblatt sind die Fragen und Antwortoptionen von der Lehrkraft vorgegeben.
Anhand der Themen werden Gruppen gebildet (Themen: Gründe für die Wahl des Studienortes, genutztes Transportmittel für den Weg zur Uni, Was gefällt Studierenden an ihrer Uni / Was gefällt Studierenden an ihrer Uni nicht).

Einbezug und Entscheidungsspielraum:

Wie bekommen die Lernenden mehr Spielraum? 

Wie kann der Arbeitsauftrag relevanter, komplexer und kommunikativer gestaltet werden?

2. Die Studierenden befragen zu ihrem Thema anhand des Arbeitsblattes ihre Mitstudierenden und notieren deren Antworten.

Authentische Kommunikation:

Wie bekommen die Lernenden mehr Entscheidungsspielraum bei der Umfrage?

Wie kann die Kommunikation authentischer und für die einzelnen Lernenden relevanter gestaltet werden?

  1. Hausaufgabe:

Jede*r schreibt basierend auf den Ergebnissen des jeweiligen Themas einen Bericht und greift dabei auf die Merkmale der Textsorte zurück, die in der ersten Sitzung besprochen wurden.

Kollaboratives Lernen und Peer-Feedback:

Wie kann die Kollaboration untern den Lernenden und Peer-Feedback gefördert werden?

Vergleichen Sie Ihre Überlegungen und Vorschläge mit den folgenden. Haben Sie ähnliche Vorschläge?

Fazit: Durch kleine Veränderungen ist die Sitzung für die Lernenden komplexer und relevanter. In der autonomiefördernden Version kommt kollaboratives Arbeiten in Form von Paar- und Gruppenarbeit nicht nur öfter vor, sie hat auch anspruchsvollere Inhalte. Unter den Lernenden findet eine authentische Kommunikation statt, die zudem komplexer ist als in der ursprünglichen, stark gelenkten Sitzung vorgesehen.

Weitere Beispiele autonomiefördernden Unterrichts

Unter den Praxisbeispielen finden Sie die ausführlichen Darstellungen des oben beschriebenen Präsentationsmoduls und der autonomiefördernden Umgestaltung des Berichtsmoduls. Dort finden Sie auch Beispiele für lernerzentrierte Lernformen, die sich für einen autonomiefördernden Unterricht besonders eignen. Dazu gehören Stationenlernen (Link) und der Einbezug eines kursbegleitenden Lernvertrags (Link),

Unterricht evaluieren und adaptieren: Das Modell der rekursiven Unterrichtsgestaltung

Ein wichtiges Merkmal autonomiefördernden Unterrichts ist die Reflexion der Lernenden und der Lehrenden über den Unterricht, und daraus folgend eine mögliche Adaption des Unterrichts. Leni Dam (1995) entwickelte dazu ein Modell der rekursiven Unterrichtsgestaltung, in dem die Planungsschritte incl. Reflexionsfragen aufgeführt sind:

Betrachten Sie dieses Modell zur rekursiven Unterrichtsgestaltung und reflektieren Sie zu den folgenden Fragen:

  1.  Wende ich dieses Modell oder Teile davon in meinem Unterricht an? Wenn ja, wie genau?
  2. Inwiefern fördere ich dadurch die Autonomie der Lernenden und wie reagieren sie darauf (meine Erfahrungen und Beobachtungen)?
Grafik: Rekursive Unterrichtsgestaltung

 

 

Praxisbeispiele

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Kommentierte Literaturliste
  • Lai, C. (2017). Autonomous language learning with technology beyond the classroom. New York: Bloomsbury. [Die Rolle von Technologien bei der Entwicklung von Lernerautonomie]

 

 

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