Lehrende

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Selbstreflexion und Erwartungen

1. Reflektieren über den Ist-Zustand der eigenen Lehre

Wie sehe ich mich als Lehrperson? Was erwarte ich von Lernautonomie?

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Was führt mich zur Autonomie?

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Warum bin ich auf dieser Webseite?

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Warum bin ich daran interessiert, Autonomie zu fördern?

2. Welche Aussagen passen am besten zu mir als Lehrperson?

Fahren Sie mit der Maus über die Karten, die Ihre Einstellung wiedergeben. Daraufhin erhalten Sie ein Feedback. Können Sie sich in den Rückmeldungen wiederfinden?

Aussage 1

Ich habe gerne die Fäden in der Hand. Die Studierenden wollen auch klare Vorgaben, sonst “schwimmen” sie.

Feedback

Sie behalten offenbar gerne die Kontrolle über Ihren Unterricht. Vielleicht gibt es aber auch Unterrichtssituationen, in denen Sie etwas Kontrolle an die Studierenden abgeben können? Lernendenautonomie lässt sich auf verschiedenen Ebenen verwirklichen, von Aufgabenstellungen (siehe die Selbstlerneinheit „Lehr- und Lernmaterialien„) bis hin zur Unterrichtsgestaltung (siehe die Selbstlerneinheit „Unterrichtsgestaltung„).

Lassen Sie sich inspirieren von den Beispielen auf dieser Webseite!

Aussage 2

Ich lasse mich von dem leiten, was die Studierenden wollen und vorschlagen. Wie der Unterricht stattfindet, bestimmen weitgehend die Studierenden.

Feedback

Es ist sicherlich gut, den Studierenden Raum zur Selbstbestimmung zu geben. Gleichzeitig hilft es auch in einem autonomiefördernden Unterricht eine klare Struktur sowie transparente Rollen für Lehrende und Lernende vorzugeben.

Aussage 3

Ich muss mich an die Vorgaben meiner Institution halten, ich habe dadurch wenig Spielraum, hätte aber gerne mehr.

Feedback

Vielleicht bietet Ihr Kontext doch mehr Spielräume, als es auf den ersten Blick scheint. Auch könnten Sie sich Mitstreiter holen für Ihr Vorhaben, mehr Lernendenautonomie zu ermöglichen.

Aussage 4

Ich bin kreativ und gestalte den Unterricht gerne spielerisch.

Feedback

Wunderbar! Es gibt viele Möglichkeiten, spielerische und offene, kreative Elemente in einen autonomiefördernden Unterricht zu integrieren. Wenn Sie noch weitere Anregungen dafür suchen, sehen Sie sich doch mal die Selbstlerneinheit zur Unterrichtsgestaltung an. Sie können auch Ihre eigenen Ideen mit einbringen.

Wir freuen uns immer über den Austausch!

Aussage 5

Für mich sind eine gute Atmosphäre im Unterricht und eine persönliche Beziehung zu den Studierenden sehr wichtig.

Feedback

Eine gute Atmosphäre, Empathie und Aufmerksamkeit gegenüber den Lernenden ist ein wichtiger Aspekt eines gelungenen Fremdsprachenunterricht. Autonomie fördern heißt auch, den Lernenden Vertrauen entgegenzubringen und sie zu ermutigen, ihre Identität(en) auszudrücken.

Aussage 6

Ich habe schon einige Lehr-Erfahrung, bin mit meinem Unterricht aber nicht ganz zufrieden. Ich möchte gerne etwas ändern und mehr Lernendenautonomie zulassen.

Feedback

Sie könnten damit beginnen Ihren Unterricht zu analysieren: Womit genau sind Sie unzufrieden, welche Aspekte möchten Sie als Erstes verändern? Diese Webseite wird Ihnen einige Anregungen geben, z.B. die Selbstlerneinheiten zum autonomiefördernden Lehr- und Lernmaterial und zur Unterrichtsgestaltung.

3. Welche Erfahrung habe ich bereits mit Autonomieförderung gemacht?

Gehen Sie in Gedanken an eine Situation im Unterricht zurück, in der Sie Autonomie fördern wollten: eine Aufgabenstellung, eine Unterrichtsstunde, ein Projekt. Vergegenwärtigen Sie sich die Situation so detailliert wie möglich. Reflektieren Sie schriftlich darüber. Wenn Sie möchten, benutzen Sie diese Anregungen:

4. Der Einfluss von Emotionen und Gefühlen

Lehren ist ein ganzheitlicher Vorgang, der sowohl auf kognitiven als auch emotionalen Aspekten beruht. Deswegen beeinflussen unsere Gefühle bewusst oder unbewusst unsere berufliche Praxis. Sie fördern oder behindern unsere professionelle Weiterentwicklung.

 

Daher ist es wichtig, dass wir uns über unsere Gefühle und ihre Auswirkungen bewusst werden. Wo helfen sie uns weiter und geben uns selbst Feedback? Wo behindern sie uns und sollten reguliert werden? Die folgenden Fragen sollen Ihre Selbstreflexion anregen. Sie können Ihre Reflexionen in einem Lerntagebuch notieren, oder mit vertrauten Kolleg*innen besprechen.

 

Positive und negative Gefühle – in welchen Situationen treten diese auf?

Denken Sie an bestimmte Situationen oder schreiben Sie diese auf. Gehen Sie in Ihrer Erinnerung zurück und versuchen Sie, sich an möglichst viele Details zu erinnern – auch wenn es eine unangenehme Erinnerung ist.

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Welche Emotionen und Gefühle fühle ich als Sprachlehrende in meiner Lehrpraxis?

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In welchen Situationen tauchen bestimmte Gefühle auf bzw. nehme ich sie wahr?

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Wie wirken sie sich auf unsere Lehrpraxis aus?

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Wie wirken sie sich auf die Atmosphäre im Unterricht aus?

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Welche Strategien setze ich bewusst oder unbewusst ein, um die von mir gefühlten Emotionen zu regulieren?

Ich wollte in einem Kurs ein Projekt integrieren (ein Magazin erstellen), welches bei den Studierenden aber keine Begeisterung hervorrief und dann nicht durchgeführt wurde. Meine Planung war dadurch umsonst und ich war sehr frustriert und auch ein bisschen beleidigt, dass meine gute Idee nicht ankam. 
Rückblickend muss ich sagen, dass ich die Studierenden besser in die Projekt-Planung hätte einbeziehen müssen. Ich habe sie etwas überrollt und meine Frustration war ein bisschen „überreagiert“.

Deborah B.

Englisch-Dozentin

Es ist eine Freude, wenn Studierende sich in den Unterricht einbringen, eigene Vorschläge machen und Ergebnisse haben, mit denen ich gar nicht gerechnet hätte. Dann bin ich begeistert und glücklich.

Marco C.

Italienisch-Dozent

Es ist eine Erleichterung zu wissen, dass ich nicht alles alleine entscheiden muss, sondern die Studierenden mitentscheiden können! Das entlastet mich sehr.

Maria L.

Italienisch-Dozentin

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Definitionen

Emotion: Kurzlebige Reaktion auf eine Situation, z.B. Angst angesichts eines Geräuschs.

Gefühle: Innere und länger anhaltende Wahrnehmung einer Emotion, z.B. Traurigkeit über eine schwierige Situation.

Zum Weiterlesen:

Atlas der Emotionen
[Interaktiver Überblick der Grundemotionen zum besseren Verständnis der eigenen Befindlichkeit; mit Strategien der Emotionsregulierung. Von Paul und Eve Ekman.]