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Selbstlernzentrum für Sprachen
auch: self-access centre

Im akademischen Kontext ist ein Selbstlernzentrum häufig eine Abteilung eines universitären Sprachenzentrums. Es ist zum einen ein Lernort, der für das selbständige, kursbegleitende oder soziale Lernen in einer angenehmen Lernatmosphäre zur Verfügung steht. Zum anderen bietet es vielfältige analoge und digitale Ressourcen für das Sprachenlernen und für die Vorbereitung auf Sprachtests. Zum Angebot eines Selbstlernzentrums gehören darüber hinaus Sprachlernberatung, Konversationskreise, Workshops, Tandemprogramme, Einstufungstests und strukturierte Selbstlernprogramme (-> Lernvertrag).

Selbstreflexion
Die Selbstreflexion ist ein Prozess, in dem Lernende ihren Lernprozess analysieren und sich so zu aktiveren Lernenden entwickeln, die sich ihrer Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen, Emotionen, etc. bewusst werden.

Auf Seiten der Lehrenden führt die Selbstreflexion darüber hinaus zu einer Analyse der eigenen Lehre und der Lehrsituation.

Quelle: Moore-Walter, Lawrie & Tassinari, Maria Giovanna (2021). Spotlight on the Learner Autonomy SIG. IATEFL Voices, 283, November / December 2021, p. 27 (Übersetzung von uns.)

Sprachlernberatung
Die Sprachlernberatung ist eine eins-zu-eins Beratungssituation eines/einer Lernenden mit einem/einer Berater/in. Lernende werden dazu anzuregt über ihren Lernprozess zu reflektieren und ihr Lernen gemäß ihrer Bedürfnisse, Lernziele und der Gegebenheiten ihres sozialen Umfelds und ihrer Lernsituation erfolgreich zu planen.

Quelle: Mozzon-McPherson & Tassinari 2020: 123

Stationenlernen
Das Stationenlernen ist eine aufgabenorientierte Methode in einem relativ offenen Lernarrangement: Im Kursraum werden an verschiedenen Stationen Aufgaben bereitgestellt, die die Lernenden in einer von ihnen frei gewählten Reihenfolge selbständig bearbeiten, eventuell anhand eines Laufzettels. An den Stationen können die Aufgaben in Paar- oder Gruppenarbeit gelöst werden. Den Lernenden kann zeitliche Flexibilität gewährt werden (kurze oder längere Beschäftigung mit der Aufgabe an einer Station), der Wechsel von einer Station zur nächsten kann aber auch zeitlich getaktet sein (an jeder Station steht eine bestimmte Zeit zur Verfügung, dann gleichzeitiger Wechsel aller Lernenden zu einer anderen Station). Flexibilität der Verweildauer und eventuell auch bezüglich der Aufgaben ermöglicht eine Binnendifferenzierung und Individualisierung, indem die Lehrkraft z.B. Aufgaben in verschiedenen Schwierigkeitsstufen zur Verfügung stellt, oder indem die Lernenden eine thematische Auswahl treffen können.

Jedes Stationenlernen bedarf einer aufwändigen Vorbereitung, auch müssen die Aufgaben im Stationenlernen am Anfang erklärt und am Ende nachbesprochen werden. Die Vorteile sind, dass die Lernenden im Stationenlernen flexibel, kollaborativ und selbständig arbeiten können. Nach der Phase der Instruktion am Anfang kann die Lehrkraft individuell Hilfestellungen geben.